Hochsensitive Kinder und Jugendliche

7. Jun. 2020

Wir leben in einer sehr transformierenden Zeit. Altes will sich aus unserem Körper, aus  unserem Energiefeld und aus unserem Leben lösen und Neues möchte innerlich erschaffen und in die äußere Welt gebracht werden. Viele Menschen spüren, dass etwas mit ihnen passiert, dass sie mehr wahrnehmen und fühlen und sie plötzlich auch mit vielen, unangenehmen Gefühlen überrollt werden. Letztendlich befinden wir uns alle auf einem Befreiungsweg, bei dem alles Unwahre, Unterdrückte, Festgehaltene, Starre – alles, was nicht (mehr) wirklich zu uns gehört an die Oberfläche sprudelt und bereinigt sowie erlöst werden möchte. Denn unter all´ diesen Schichten liegen unsere Schätze und unserer wahrer, sensitiver Wesenskern vergraben!

Seit vielen Jahren spricht man schon von der Bewegung der Indigo-, Licht- oder Kristallkinder. Ich fasse diese Begriffe jedoch als „Hochsensitive Kinder“ zusammen – auch wenn es Abweichungen geben mag -, da für mich letztendlich all´diese Kinder eine besonders ausgeprägte Sensitivität, eine Andersartigkeit und somit eine (Bewusstseins- ) Wandlung mit sich bringen.

Wenn man als Elternteil ein hochsensitives Kind hat und noch nie etwas von dieser Bewegung gehört hat, mag es sich so anfühlen als hätte man ein „Problemkind“. Da diese Kinder sich häufig anders verhalten wie gewünscht und sich auch in den altbekannten (Gesellschafts- und Familien-) Strukturen nur schwer oder überhaupt nicht zurechtfinden. Jedoch regen diese Kinder ein großes Wachstums- und Entwicklungspotenzial an und können dabei helfen sich von alten Anhaftungen, Überzeugungen und Energien freizumachen und wieder in die eigene Wahrheit, in die wahre Kraft und Größe – in das ganze Potenzial zu wachsen.

Hier möchte ich dir nun einige, mögliche Merkmale aufzählen, an denen du erkennen kannst, ob es sich bei deinem Kind um eine hochsensitives Kind handelt.

Zum einen gibt es das extrem schüchterne und zurückhaltende und zum anderen das extrem überdrehte und laute Kind (wobei sich diese Anteile auch vermischen können). Die Betonung liegt auf dem Wort extrem. Wenn dich dein Kind also an deine (Verstandes-) Grenzen bringt und du das Gefühl hast, dass du einfach nicht richtig an es herankommst, dann ist eine Hochsensitivität sehr wahrscheinlich.

Das Kind/der Jugendliche…

      • hat imaginäre Freunde

      • hat viele Ängste (z.B. im Dunkeln, vor Geräuschen, vor unbekannten Situationen…)

      • fühlt sich für seine Familie verantwortlich

      • fremdelt

      • hat ganz klare Interessengebiete

      • ist unruhig, wirkt häufig verstreut, abwesend und unkonzentriert

      • hält sich nicht an Regeln/hört nicht/widersetzt und verweigert sich

      • hat eine innige Beziehung zu Tieren und zur Natur

      • zeigt auffallend viel Fantasie, ist sehr kreativ

      • ist schnell überfordert und überreizt

      • spielt gerne alleine/zieht sich zurück

      • ist/war ein Schreibaby/Kind

      • scheint oft in einer anderen Welt zu sein, ist sehr verträumt

      • reagiert empfindlich auf künstliche Lebensmittel/Medikamente/Gerüche/Licht/Geräusche

      • neigt zu allergischen Reaktionen

      • ist ruhelos

      • überdreht schnell in größeren Gruppen

      • ist aggressiv und laut

      • hat Probleme im Kindergarten/in der Schule

      • wurde schon mit dem Thema Hochbegabung, ADS oder ADHS in Verbindung gebracht

Durch ihre extreme Wahrnehmungsgabe und Feinfühligkeit sind hochsensitive Kinder sehr viel schneller gestresst oder überfordert und leider auch oftmals in den herkömmlichen Institutionen benachteiligt und überflutet. Sie wollen uns mit ihrem Verhalten jedoch in keinem Fall ärgern oder verletzen und zeigen sich in erster Linie dann auffällig, wenn sie sich nicht verstanden oder angenommen fühlen. Um dein Kind also besser zu erreichen, darfst du zuerst alle Erwartungen und Vorstellungen, wie es zu sein hat von ihm nehmen und ihm auf einer tieferen (Gefühls-) Ebene begegnen.

Hochsensitive Kinder und Jugendliche wollen uns Erwachsenen in erster Linie dazu anregen wieder mehr aus dem Gefühl und dem Herzen heraus und nicht nach strengen und starren Erziehungsmustern und Dogmen zu handeln. Oft haben wir auch völlig vergessen wie wir uns als Kinder oder Teenager in bestimmten Situationen gefühlt haben und was wir damals gerne anders gehabt hätten.

Spüre also ganz tief in dich und dein Kind hinein. Du erkennst so viel schneller und klarer, wenn es z.B. überfordert ist, Angst hat, seine Ruhe braucht… Du wirst so nicht nur sein extremes Verhalten sehen und an der Oberfläche analysieren, sondern immer deutlicher und tiefer erkennen welches Bedürfnis wirklich dahinter liegt.

Je nachdem wie offen du bist bekommst du mit der Zeit ein ganz neues Verständnis zu deinem Kind aber auch für dich selbst und hast so die Möglichkeit andere Rahmenbedingungen zu schaffen aber auch dein Verhalten und Situationen zu verändern, was dann sogar der ganzen Familie zugutekommen kann. Gerade über das Einfühlen kannst du immer mehr auf die sensitive Ebene des Kindes eintauchen und lernst dadurch seine Welt besser kennen, zu verstehen und anzunehmen. Außerdem bekommst du so automatisch wieder einen innigen und bewussteren Zugang zu dir selbst, zu deinen Bedürfnissen und auch zu deinem Herzen.

Sicherlich ist es aber auch ganz menschlich und natürlich, wenn man sich als Erwachsener manchmal nicht zu helfen weiß und am Verzweifeln ist. Sei also nicht zu streng mit dir! Schenke dir öfters wohlwollende Gedanken, übe dich in Geduld und Selbstannahme und versorge dich liebevoll und achtsam- denn auch Selbstwertschätzung und Selbstliebe sind Themen, worauf uns diese Kinder aufmerksam machen und hinführen wollen. 

Hochsensitive Kinde und Jugendliche sind also keineswegs Problemkinder. Wenn wir offen für Veränderungen sind und uns tief und mitfühlend auf sie und ihre Welt einlassen ist ein schönes, leichtes und liebevolles Miteinander möglich. Die Beziehung zueinander wird sich Stück für Stück wandeln und ihre Andersartigkeit kann immer mehr zur Bereicherung werden. Denn letztendlich sind wir allesamt hochsensitive Wesen mit vielen multidimesionalen Begabungen. Nutzen wir die Themen, die diese Kinder mitbringen und spüren nach innen, können wir freier und leichter werden und gemeinsam einen Weg in die Freude und Harmonie beschreiten.

Wenn du noch mehr Infos und Unterstützung brauchst, kann ich die mein neues E-Book „Paulas Welt der Gefühle 3“ ans Herz legen. Darin findest du neben vielen Informationen und Inspirationen auch Meditationen und kreative Übungen um deinem Kind den Alltag zu erleichtern und gleichzeitig die Geschenke und Potenziale seiner Hochsensibilität zu entdecken und gemeinsam mit ihm zu nutzen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel weiterhelfen und vielleicht lese ich ja auch bald von dir!